10 Regeln zur Bildgestaltung

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10 Regeln zur Bildgestaltung

Mrz 10, 2021 | 0 Kommentare

Nur wer die Regeln kennt, kann sie auch brechen. Die Art und Weise wie wir Fotos und Bilder wahrnehmen ist nicht zufällig. Vieles ist gelernt und kulturell bestimmt. Aber Gestaltungsregeln sind keine Gesetze! Fotografieren ist eine kreative Sache und manchmal sollte man scheinbare Regeln auch ganz bewußt ignorieren. Für Einsteiger sind diese Gestaltungsregeln aber trotzdem eine gute Hilfestellung und für Profis sind sie eine gute Auffrischung.


Die folgenden Beispiele sollte man sich einmal verinnerlicht haben. In jeder Situation gibt es die Möglichkeit eine oder mehrere dieser ‚Regeln‘ anzuwenden und damit entscheidend den Bildaufbau zu beeinflussen.

Überlappungen und Objekte Staffeln im Raum

Wenn sich Objekte überlappen erzeugt das eine Tiefenwirkung. Da jedes Foto zweidimensional ist, könne wir so einen Raum eröffnen und Tiefe erzeugen. Noch weiter lässt sich dieser Effekt steigern, wenn man ihn mit Schärfe und Unschärfe kombiniert. Es muss nicht immer das vordere Objekt scharf sein.


Kontraste nutzen

Es gibt unzählige Kontraste, Hell-Dunkel Kontrast, Groß-Klein Kontrast, Scharf-Unscharf, Nah-Fern. All diese Gegensätze machen ein Foto interessant und animieren den Betrachter sich mit dem Bild zu befassen. Auch Farben können Kontrastieren, man spricht dann von Komplementärkontrast.


Linien Blickführung

Bei der Blickführung geht es darum den Betrachter durch das Bild zu führen. Da dies ein besonders wichtiges Thema ist, werde ich dazu noch einen eigenen Artikel verfassen. In Kurz geht es dabei darum, dass wir dem Betrachter mit dem Bildaufbau durch das Bild führen wollen. Wir sind gewohnt Linien zu folgen, auch gedachten Linien.


Vordergrund – Hintergrund

Ähnlich wie bei dem staffeln von Objekten im Raum, verhält es sich mit Vorder und Hintergrund. Da jedes Foto flach ist, müssen wir mit entsprechenden Bildelementen dafür sorgen, dass wir mehr Tiefenwirkung im Bild erzeugen. Manchmal reicht schon ein Grashalm im Vordergrund, der eine Landschaft noch viel plastischer erscheinen lässt.


Muster und Wiederholungen

Wir sind umgeben und Mustern – die Ziegelsteine der Hauswand, die Bücher im Regal. Muster haben auf uns Menschen eine ganz besondere Wirkung. Wir suchen sie regelrecht und sind auch in der Lage Muster weiter zu denken. Nutze diese Möglichkeit um das Interesse an dem Bild zu wecken.


Standpunkt und Perspektive

Wie die Welt in einer Höhe von ca. 170cm ausschaut, wissen wir recht gut. Wir sehen die Dinge jeden Tag aus dieser Höhe. Interessanter wird es wenn wir unseren Standpunkt ändern (Froschperspektive, Vogelperspektive)


Gib dem Motiv einen Rahmen

Wenn uns ein Motiv besonders gut gelungen ist, dann steigt die Chance, dass wir es Rahmen lassen und an die Wand hängen. Um diesen Rahmen geht es hier aber nicht. Ich meine den natürlichen Rahmen mit dem das Hauptmotiv noch mehr in Szene gesetzt werden kann. Das kann ein Fenster sein, Bäume aber auch ein dramatischer HImmel, kurz alles was die Wirkung den Hauptobjektes noch verstärken kann.


Stürzende Linien / Perspektive

Stürzende Linien hat jeder schon beobachtet. Sobald man ein Gebäude fotografieren möchte, es aber nicht ganz ins Format passt, und man die Kamera leicht nach oben neigt, scheint das Gebäude nach hinten zu fallen. In der Architektur sind stürzende Linien verpönt, alles soll schön gerade und rechtwinklig sein. Stürzende Linien lassen sich aber auch hervorragend als Gestaltungsmittel einsetzen. Immer dann wenn eine Szene besonders dramatisch wirken soll ist das eine prima Methode. Je weitwinkliger die verwendete Optik ist um so stärker tritt dieser Effekt auf.


Ein Drittel, zwei Drittel

Um einen Harmonischen und interessanten Bildaufbau zu erreichen ist es empfehlenswert, das Hauptobjekt nicht mittig abzubilden. In der Kunstgeschichte hat sich die Regel des Goldenen Schnitts etabliert. Wie der Goldenen Schnitt berechnet wird, habe ich in einem anderen Artikel ausführlicher besprochen. Für Einsteiger und auch für den täglichen Gebrauch halte ich die 1/3 – 2/3 Regel für deutlich praktischer. Viele Kameras bieten die Möglichkeit Gitternetzlinien anzeigen zu lassen, falls nicht denkt man sich einfach eine 1/3-Unterteilung und platziert sein Motiv anhand dieser Linien. Das Bild wird dadurch interessanter und spannender.