Spiegelreflex oder Systemkamera

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Spiegelreflex oder Systemkamera

Mrz 22, 2021 | 0 Kommentare

Spiegelreflex oder Systemkamera, was ist besser. Bevor ich mich an eine Einschätzung wage (Spoileralarm: es kommt drauf an) möchte ich vor ab die verschiedenen Kameratypen vorstellen. Danach gehe ich auf die Vor und Nachteile der verschiedenen Systeme ein und verrate mit was ich am liebsten Arbeite.

Drei verschiedene Kameratypen: Systemkamera (Fujifilm X-T4), DSLR (Nikon D850), Kompaktkamera mit festem Objektiv (Fujifilm X100V)

Kameras unterscheiden sich grob gesagt durch zwei Dinge. Einmal durch die Art und Weise wie das Bild das ich aufnehmen möchte im Sucher angezeigt wird und zum anderen über die Sensorgröße (Mehr dazu hier: Sensorgrößen)

Damit man weiß was später auf dem Bild ist ist es Hilfreich, wenn man vor der Aufnahme das Bild sehen kann. Es gibt zwei Arten von Suchern optischen Sucher (OVF = optical viewfinder) und dem elektronische Sucher (EVF = electronical viewfinder). Optische Sucher werden bei Spiegelreflexkameras verwendet. Elektronische Sucher findet man in sogenannten Systemkameras.

OVF – Optischer Sucher (Optical View Finder)

Bei einer Spiegelreflexkamera wird das Licht über einen Spiegel (1) zu einem Prisma (2) umgeleitet. Das Prisma dient dazu, das Bild wieder aufrecht darzustellen und das Licht zum Kamerasucher weiterzuleiten. Kurz vor dem Auslösen wird der Spiegel hochgeklappt, der Verschluss wird geöffnet und das Licht trifft auf den Sensor (3).

Der große Vorteil bei Spiegelreflexkameras ist die Darstellung des Bildes durch die Linse, ich sehe also immer genau das Bild was später auch aufgenommen wird. Anders als bei einer Spiegellosen Kamera brauch ich für die Darstellung keinen Strom und es gibt keine Verzögerung bei der Voransicht. Meistens ist auch das Bild im Sucher heller und klarer, was vor allem in schwierigen Lichtsituationen, wenn es z.B. sehr Hell ist, hilfreich ist.

Der Nachteil ist, dass DSLR Kameras größer und schwerer sind.

EVF – Elektronischer Sucher (Electric View Finder)

Spiegellose Systemkameras haben wie der Name schon sagt keinen Spiegel, das erlaubt eine deutlich kompaktere Bauweise was viel Gewicht spart. Bei diesem Kameratypus fällt das Licht direkt auf den Sensor und wird an einen kleinen Monitor im Sucher übertragen oder auf einem Dispaly angezeigt. Ein Vorteil dieser Technik ist, dass ich den Sucher so einstellen kann, dass ich genau das Bild sehe, das beim Auslösen gespeichert wird. Es ist also sehr einfach die richtige Belichtung zu treffen. Der Nachteil ist, ohne Strom geht gar nix. Wenn der Akku leer ist, und das geht bei Systemkameras sehr schnell, dann wird auch nichts mehr Angezeigt. Außerdem kann es zu leichten Verzögerungen bei der Sucherdarstellung kommen.

Auslösung

Wird bei einer Spiegelreflexkamera der Auslöser gedrückt klappt erst mal der Spiegel hoch und nach der Auslösung klappt er wieder herunter. Das ist die Ursache für das charakteristische Klick Geräusch dieser Kameras. Dieses Klicken entfällt bei einer Spiegellosen Kamera fast gänzlich. Zwar wird auch hier ein mechanischer Verschluss verwendet, aber dieser ist deutlich leiser und lässt sich auch ganz abschalten, dann hört man gar nichts mehr.

Autofokus

Bei der Geschwindigkeit des Autofokus haben die Spiegelreflexkameras noch ein ganz klein wenig die Nase vorne. Es handelt sich aber um eine sehr kleine Nase und spielt normalerweise fast keine Rolle mehr. Dagegen bieten Systemkameras die Möglichkeit der Gesichtserkennung oder sogar der Augenerkennung, was das Scharfstellen gerade bei Portraitaufnahmen sehr erleichtert.

Entscheidungshilfe

Welches Kamerasystem macht das Rennen? Ich habe mittlerweile beide Systeme in Verwendung und benutze sie abhängig von der Situation.

Für die Spiegellosensystem spricht für mich:

  • Kleiner
  • Leichter
  • Leiser

Ich verwende sie vor allem für Reportagen und bei der Streetfotografie, da ich mit weniger Gewicht unterwegs bin und mit einer kleinen Kamera auch nicht so stark auffalle.

Für meine DSLR spricht:

  • Schnellerer Autofokus
  • Weniger Batterieverbrauch
  • größerer und hellerer Sucher

Die Große Ausrüstung verwende ich für Portaitaufnahmen, im Studio oder für Kundenaufträge vor Ort. Immer dann, wenn ich ein klein wenig mehr Leistung und Qualität brauche, aber nicht so viel laufen muss.